Kreatives Schreiben

Beim kreativen Schreiben ist der Prozess wichtig, nicht das Ergebnis. Das heißt, bei uns gibt's viel Praxis, wenig Theorie. Fast immer schreiben und spielen wir, dabei kann es auch mal laut werden, weil wir aus dem Lachen nicht mehr herauskommen (ich sage nur: Nudelholz!), aber auch sehr still, weil etwas Schmerzhaftes oder Bedrückendes zum Vorschein kommt. Meist sieht ein Abend so aus: Ein Thema oder eine Aufgabe wird gestellt, dann pinseln wir los. Wie, einfach so? Meist schon. Aber keiner muss, deshalb pinseln manche mehr, manche weniger und auch mal jemand garnicht. Uns helfen Techniken und Methoden aus dem kreativen Schreiben. In kurzer Zeit entstehen sehr schöne Prosa- oder lyrische Formen, die natürlich weiter bearbeitet werden können oder müssen. Zudem tauschen wir uns aus über's Schreiben, über unsere Erfahrungen und Meinungen und über Schreibblockaden. Oder wir wälzen Fragen wie: Was ist gute Literatur und woran erkennt man sie?


Textwerkstatt

Natürlich arbeiten wir auch an den Ergebnissen, den Geschichten und Gedichten. Wer will, kann jederzeit einen Text vortragen und wenn sich viel angesammelt hat,  bleibt der Abend ausschließlich dem Lesen vorbehalten. Weil wir alle selbst schreiben, wissen wir, dass es unglaublich viel Mut erfordert, sein Werk anderen vorzustellen. Das eigene Baby ist immer das schönste, und unbedacht formulierte Kritik kann wie ein Fallbeil wirken. Deshalb gelten bei uns besondere Regeln:

- alles ist freiwillig, niemand muss vorlesen oder jede Übung mitmachen,

- jede Kritik basiert auf Wertschätzung und

- geht von der eigenen Person und Wahrnehmung aus, beginnt also mit: "Bei mir hat der Text Folgendes ausgelöst ... An dieser Stelle habe ich etwas nicht verstanden ... habe ich plötzlich nicht mehr zugehört ..."

- keine Zuschreibungen wie: "Ach, du schreibst immer so ... Deine Texte sind immer so ...".